Meditationssamen

Februar 2020

Persönliche Anstrengung und Guru

O Meister und Freund derer, die sich dir hingeben, ich verneige mich. Befreie mich aus dem Ozean der Geburten und Tode, in dem ich mich winde, schaue mich an mit deinen durchdringenden Augen, die gnadenreichen Einfluss verströmen.

Rette mich vor dem Tod, denn ich bin Beute der unauslöschlichen Flammen des samsara, und den heftigen Winden der Widrigkeiten ausgeliefert. In meinem Schrecken suche ich Zuflucht in dir, weil ich keinen anderen kenne, bei dem ich Unterschlupf finden kann. (Sloka 35-36)

Raphael kommentiert:

Der Schüler wird sich der Flammen, d.h. der Konflikte, die in der Welt des Werdens wüten, und der Fehler gewahr, die er im Laufe unzähliger vergangener Leben begangen hat.

Es gibt heilige, heitere und großmütige Seelen, die - wie der Frühling - einen wohltätigen Einfluss ausströmen zum Wohle der Menschheit. Sie, die den Ozean der Geburten und Tode transzendiert haben, helfen aus einem Akt der Liebe ihren Nächsten, damit auch sie ihn transzendieren können.

Es liegt wahrlich in der Natur des Großmütigen, anderen zu helfen, die Unvollkommenheit zu beseitigen - so wie der Mond auf unmittelbare Weise die Erde erfrischt, [die] durch die heißen Strahlen der Sonne verbrannt [ist]. (Sloka 37-38)

Raphael kommentiert:

Wie man sehen kann, bleibt der verwirklichte advaitin nicht in einem passiven und sterilen Zustand, sondern schenkt sich aus reiner Liebe denjenigen, die anklopfen um zu sein. Sankara weist nicht auf einen Weg der Misanthropie und des Desinteresses am Leid und an der Unwissenheit (avidya) anderer hin. Wie sollte er auch, er, der gekommen ist, um den anderen die tiefgründige und erlösende Lehre der Sruti zu vermitteln?

siehe die neue Ausgabe
Sankara, Vivekacudamani - Das große Juwel der Unterschdung
Übersetzung aus dem Sanskrit und Kommentar von Raphael


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