Meditationssamen

Mai 2017

Drgdrsyaviveka
Unterscheidung zwischen dem Zuschauer und dem Schauspiel

Wenn wir einen Klumpen Tonerde nehmen und einen Krug daraus formen und wenn sich dieser Krug eines schönen Tages seiner selbst gewahr wird, mag er sagen: »Ich bin ein Krug.«

Wenn wir den Krug zerstören, die Tonerde neu kneten und eine Skulptur daraus formen, wird diese, wenn sie sich eines schönen Tages ihrer selbst gewahr wird, sagen: »Ich bin eine Skulptur.«

Wenn wir dann die Skulptur zerstören und jene Tonerde, die den Krug und die Skulptur geschaffen hat, neu kneten und aus ihr eine schöne Pyramide modellieren, wird diese, wenn sie sich ihrer selbst gewahr wird, sagen: »Ich bin eine Pyramide.«

Aber wenn sich der Krug, die Skulptur und die Pyramide (die zeitlich-räumliche Gebilde sind, die gemäß bestimmten Formen mit Eigenschaften versehen sind) auf reale Weise ihrer selbst gewahr werden könnten, dass sie das ursprüngliche, existenzielle, unbewusste Substrat sind, würden sie sagen: »Ich bin eigenschaftslose und homogene Tonerde, die verschiedene Formen, wie einen Krug, eine Skulptur oder eine Pyramide, annehmen kann.«

© Asram Vidya Mai 2017

siehe die Neuausgabe des Drgdrsyaviveka
Eine philosophische Untersuchung über die Natur des »Zuschauers« und des »Schauspiels«
Pomaska-Brand Verlag 2017



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